Linux

Tolle Tools: Synergy+ der Software KVM

Ein KVM-Switch (KVM = Keyboard – Video – Mouse) verbindet mehrere PC/Server/Computer und ermöglicht es so, dass mehrere Computer mit nur einer Maus, einer Tastatur und einem Bildschirm gesteuert werden. In Serverräumen werden somit nicht zahllose Monitore für die in einem Schrank eingebauten zahllosen Server benötigt, sondern nur je ein Monitor, Maus und Keyboard und der entsprechende Umschalter inklusive Verkabelung.

Synergy+ (synergy-plus) ist ein Open Source Projekt, welches es einem User gestattet, mehrere Arbeitsplätze/Computer mit nur einer Maus und Tastatur zu bedienen. Das Anwendungsszenario sieht an einem Heimarbeitsplatz oft wie folgt aus: Der Spielerechner mit großem Monitor und ordentlich Power steht neben dem Firmen-Notebook und daneben steht vielleicht  noch der alte 15 Zoll-TFT, der nur angeschaltet wird wenn der Home-Server unter dem Schreibtisch konfiguriert wird. Mit einem KVM-Switch entfielen nun zwei von drei Ausgabe- und Eingabegeräten. Es bliebe ein Monitor, eine Maus und eine Tastatur, mit denen man alle drei Geräte individuell steuern könnte.

Synergy+ verfolgt einen anderen Ansatz. Hier bleiben die Monitore auf dem Schreibtisch, jedoch wird ein PC auserkoren (zumeist der Rechner der stationär am häufigsten an ist) um als “Server” zu dienen. Nachdem dieser Rechner entsprechend konfiguriert wurde, kann man darüber die Clientrechner per Maus und Tastatur steuern und die Daten der unterschiedlichen Rechner über die Zwischenablage austauschen (per Copy&Paste oder per Drag&Drop). Ein Riesenvorteil, den Synergy+ bietet, denn mit einem Switch ist ein Austausch der am Bildschirm der Rechner angezeigten Daten nicht möglich.

Genug der grauen Theorie. Wie funktioniert das Ganze? Da die Beschreibungen und das Programm leider nur auf englisch erhältlich sind, folgt hier eine kurze Anleitung auf Deutsch zu Synergy+ am Beispiel zweier PCs unter Microsoft Windows XP SP3. Im Anschluss an den Download – auf der Download Seite stehen alle möglichen Pakete für verschiedene Betriebssysteme wie  MacOS, Debian Linux und Microsoft Windows zur Verfügung – installiert man die Anwendung durch [Ausführen] oder doppelten Mausklick. Nach Bestätigung der GNU General Public License ist das Programm binnen Sekunden installiert. Dieser Vorgang ist auf allen anzuschließenden Rechnern zu wiederholen.

Beim ersten Programmaufruf erscheint folgende Maske:

Hier legt man fest, in welchem Modus der Rechner verwendet werden soll. Ist gewünscht, dass ein anderer Rechner die Steuerung für diesen Rechner übernehmen soll, wählt man die Standard-Einstellung Client.
Wenn allerdings die an DIESEM Rechner angeschlossene Maus und Tastatur zur Steuerung aller anderen Rechner genutzt werden soll, so ist der Server-Modus zu wählen. Unter Info findet man auch den dringend für die Konfiguration benötigten Host/Computernamen. Diesen kann man auch über “Start+Systemsteuerung+System+Registerkarte|Computername” oder die Tastenkombination [WINDOWS-LOGO]+[PAUSE] ermitteln.

Synergy plus Info

Im Client-Betrieb ist dieser Computername einzutragen und das Programm mit “Start” auszuführen – erkennbar an dem Systemtray Icon mit querliegendem Blitz. Die Einstellungen für den Serverbetrieb werden unter “Configure” vorgenommen:

Die “Screens” werden in diesem Fenster durch das “+” erfasst. Die “Screens” sollten hierbei die Host-/Computernamen sein.

Synergy plus Screeneinstellung

Weitere Einstellmöglichkeiten sind hier für ambitionierte Anwender gegeben. So können Alias-Namen festgelegt oder Tastenverwendungen umkonfiguriert werden und Bereiche definiert werden, wo kein Übergang zum anderen Bildschirm erfolgen soll (Dead Corners).  Die Übergänge werden im vorherigen Fenster “Screens&Links” unter “Links” eingestellt. Meine Rechner heißen “HP72992595726″ und “arne”. Der HP steht links von arne. Und Arne steht rechts vom HP. In dieser Einstellung geht der Mauszeiger am rechten Rand des HP-Bildschirms auf den Bildschirm des Rechners “arne” über und umgekehrt. Weitere Möglichkeiten, den Bildschirmbereich zu verlassen, sind noch “oben=top” und “unten=bottom”.

Nachdem die Einstellungen an den Clients und dem Server vorgenommen wurden, führt man das Programm mit “Start” aus. Alle eingerichteten Rechner, die sich im gleichen Netz befinden, können ab sofort mit einer Maus und Tastatur gesteuert werden. Hat man nun auf dem Clientrechner einen tollen Text verfasst, lässt sich dieser mit Copy&Paste (Zwischenablage) einfach auf jeden anderen Rechner bringen. Leider können Dateien zurzeit noch nicht per Drag&Drop einfach von einem auf den anderen Rechner verschoben werden.

Synergy+ kann den klassischen KVM-Switch sicherlich nicht ersetzten, da jeder Rechner einen Monitor benötigt. Aber für eine Multi-Monitor- und Multi-Rechner-Umgebung ist dieses Tool einfach Klasse, da es eben auch verschiedenste Betriebssysteme unterstützt. Einen KVM-Switch im Home Bereich können sicherlich Fernwartungstools wie RealVNC oder TeamViewer ersetzten.

WePad – iPad was ist denn richtig?

WePad AufsichtDen ersten April hat es überlebt und daher glaube ich auch nun daran, dass die nächste marktdurchdringende Errungenschaft aus Deutschland kommen kann. Das WePad!

Seit rund zwei Wochen verkauft Apple das iPad in Amerika. Gerade richtig vor den Osterfeiertagen hat Apple den Verkaufsstart des laut eigener Werbeaussage “magischen und revolutionären Gerät zu einem unglaublichen Preis” gestartet. Die Apple Stores waren nach verschiedenen Berichten so belagert wie zum Verkaufsstart des iPhone im Jahr 2007. Es gibt aktuell positive, neutral und negative Testberichte zum iPad.

Das iPad ist zur Zeit in zwei Varianten mit je drei Modellen erhältlich. Das Einstiegsgerät mit 16 Gigabyte Speicherplatz kostet 500 US-Dollar, sofern es nicht ausverkauft ist und über Ebay bezogen werden muss. Dort kosteten die Versionen zwischenzeitlich rund 1.000 US-Dollar. Die 32 und 64 Gigabyte Speicherplatz sind für 600 und 700 US-Dollar erhältlich. Möchte man neben einem WiFi-Anschluss auch per UMTS ins Internet gehen, so berechnet Apple 130 US-Dollar extra. Für die Nutzung von UMTS wird eine Micro-SIM-Karte eines Mobilfunkproviders benötigt. Dieses neue Format ist bei den Mobilfunkanbietern in Deutschland noch nicht vorrätig. Das iPad ist an keinen Mobilfunkanbieter gebunden.

Der Anwendungsfall für einen TouchScreen PC (Tablet PC) lag bislang nicht auf der Hand. Wenn man von einigen vertikalen Märkten absieht, wie zum Beispiel Medical Care, war der Tablet-PC eher ein Nischenprodukt. Im medizinischen Umfeld aus hygienischen Gründen sicherlich sinnvoll, für die breite Masse der Endanwender eher teuer und ohne Mehrwert. Die Einführung des iPhone und der Entwicklung der schnellen wireless Zugänge zum Internet über bezahlbare UMTS-Dienste oder eine flächendeckendes WLAN macht das überall Online- Sein nicht nur hip sondern auch bezahlbar. Für Apple-Jünger als Verkaufsargument bereits ausreichend werden mittlerweile jedoch auch Lösungen für mobile Anwendungsszenarien angeboten. Eine Anwendung, die sich in einer eigenen Produktkategorie niederschlägt, ist das ebook. Ebook-Reader wie das Kindl von Amazon, elektronische Speicher und Anzeigemedien für elektronische Bücher werden zu Verkaufsschlagern.

Und in diesen Markt drängt nun Apple mit einem vollwertigen Tablet-PC mit mobiler Ausrichtung. Und wie üblich lässt die Konkurrenz nicht auf sich warten. Heimlich still und leise etablierte sich dabei mit ruhigem Onlinemarketing ein Unternehmen aus Deutschland mit einer REVOLUTION. Die Firma neofonie, unter Führung von Helmut Hoffer von Akershoffen, entwickelte bislang Online-Inhalte gerade für das iPhone, sogenannte Apps. Die geräuschlose Art des Marketing wurde von neofonie bewusst gewählt und man schaffte mit dem gezielten Einsatz von Socialmedia eine ziemlich gute Verbreitung. Der gezielte Ansatz, eine Community für das WePad vor dem eigentlichen Produktlaunch zu schaffen, ist ein strategischer Marketingansatz, den auch Apple bislang nutzte. Nun stellten die Berliner nicht sehr spektakulär im Rahmen einer Facebook Gruppe, die immerhin schon rund 20.000 Fans hat, eine Tablett-PC Entwicklung vor.

Bei der offiziellen Pressepräsentation fiel das WePad allerdings unrühmlich auf, als eine Windows Fehlermeldung auf den Display des Geräts sichtbar war. Auf dem WePad soll ein Linux-Betriebssystem verwendet werden, in dem so etwas wie ein Android-Modus eingebaut sein wird. Der neofonie-Chef stellt dabei heraus, dass man technisch dem iPad überlegen sein wird, allerdings im Design an Apple nicht herankommen werde. Auch die Akkulaufzeit mit rund 6 Stunden werde an die von Apple angegeben 10 Stunden nicht heranreichen. Allerdings soll das WePad Adobe Flash beherrschen, eine Technik, die viele multimedialen Inhalte des Netzes voraussetzt. Die Erweiterbarkeit und die Leistung standen bei der Entwicklung im Vordergrund und hatten sicherlich auch Auswirkungen auf das Design. Bei der technischen Entwicklung kann es durchaus von Vorteil sein, nicht der erste auf dem Markt zu sein, um von den Fehlern der Konkurrenz lernen zu können.

Entscheidend für den Erfolg eines Tablett PC werden wie bei Apple auch die verfügbaren Inhalte und Programme sein. Der App Store von Apple hat hier zur Zeit den riesigen Vorteil, dass eine Vielzahl von fertigen Apps für das iphone auch für das iPad genutzt werden können. Neofonie möchte dem entgegen treten, indem man einen schnelleren App Store installiert. Schneller will man hier vor allem im Bereich der Qualitätssicherung und der Freigabe der Applikationen sein. Wohl der Tatsache geschuldet, dass zur Einführung des WePad nur ein sehr begrenztes Softwareangebot zur Verfügung stehen wird. Auf Grund der Betriebssystemwahl dürfte es Neofonie bei entsprechender preislichen Gestaltung durchaus gelingen, die schier unendliche Zahl der Linux Community Entwickler hinter sich zu bringen. Ferner plant man, Apps aus dem Google Marktplace, die auf Google Handys verwendet werden, in den eigenen App Store zu integrieren. Ein Hauptaugenmerk legt die Firma dabei auf eine Software ihres Hauses dem WeMagazine ePublisher. Hiermit soll es Verlagen ermöglicht werden nach eigenem Gusto ohne Zensur, Inhalte direkt an die Kunden verkaufen oder verbringen zu können. Die Pornosperre, die für Steve Jobs durchaus in Ordnung ist, können die Inhaltsanbieter damit umgehen.

Fabien Röhlinger hat als Mitglied der WePad-Community das WePad ausprobiert und die Live-Präsentation des Tablet-Computers gefilmt. Zu sehen ab sofort auf YouTube. Ab dem 27. April 2010 ist der Pre-Ordering Shop für zwei Varianten des WePad geöffnet. Dabei wird das WePadmit 16 GB Speicher 449,00 EUR kosten und mit 32 GB Speicher 569,00 EUR. Der Speicherplatz ist mittels einer SD-Karte um maximal 32 GB erweiterbar. Die Auslieferung soll im August diesen Jahres beginnen.

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