Lieber Bayern oder Schalke?

Wie üblich bei einem Samstagabend-Spiel der Borussia sind die Kneipen, die Bundesliga-Live TV anbieten, im Dortmunder Kreuzviertel proppevoll gefüllt. Für die, die sich in Dortmund nicht auskennen: Das Kreuzviertel liegt unweit des Westfalenstadions und besitzt eine hohe Kneipendichte. Ich kehre mal wieder im Schillings ein. Das frühe Tor durch Klose wird beiläufig zur Kenntnis genommen. Die Bayern werden das schon schaukeln. Zum ersten mal Riesenjubel, als Sestak den VfL Bochum nach 14 Minuten in Bremen mit einem Rechtsschuss 1:0 in Führung bringt. Wäre das schön, wenn uns der Ruhrgebietsnachbar die Bremer ein wenig vom Leibe halten könnte. Zur Halbzeit führen die Bayern in Frankfurt 1:0 und auch Bochum kann den Vorsprung mit in die Pause nehmen. Die anderen Spiele interessieren weniger. Jetzt erst mal ein Pils!

58. Minute in Bremen, Pizarro – wer denn sonst – erzielt den Ausgleich und alle wetten darauf, dass die Bremer das Spiel jetzt drehen. Kaum 5 Minuten später erneut Begeisterung, als Dedic den VfL erneut in Führung bringt. Sollten die Bochumer tatsächlich 3 Punkte aus Bremen mitnehmen? Die Ernüchterung folgt 2 Minuten später mit dem Ausgleichstreffer von Marin. 9 Minuten vor Schluss macht der alte Frings für Bremen alles klar. Schade VfL, wir hätten es dir heute wirklich gegönnt.

Die Bayern führen noch immer knapp mit 1:0. Frankfurt spielt zwar stärker, aber da gibt es ja noch den berühmten Bayern-Dusel. Der in der 87. Minute nicht mehr hilft: 1:1 durch Tsoumou und unwillkürliche Jubelschreie. Ja, sie sind halt nicht beliebt bei uns im Pott, die Bayern. Dann geschieht das Unglaubliche. Frankfurt geht zwei Minuten nach dem Ausgleichstreffer durch Fenin verdient in Führung. Viele jubeln, andere schweigen. Man möchte jubeln, dass die Bayern wieder mal eine Last Minute-Klatsche kriegen, aber darf man das? Denn jetzt ist der Weg an die Tabellenspitze frei für Schalke – und das möchte hier wirklich auch niemand. Und so gibt es nach Abpfiff noch erhitze Diskussionen, wen man den Titel nun mehr wünscht, es ist wie die Wahl zwischen Cholera und Pest. So, jetzt noch schnell ein Pils, schon mal die Jacke anziehen, den Deckel bezahlen und ab ins Stadion.

Dort erleben 80.100 Zuschauer zwei grundverschiedene Halbzeiten. Die in der ersten Halbzeit indisponierten Dortmunder dürfen sich allein bei Roman Weidenfeller bedanken, dass es mit 0:0 in die Halbzeitpause geht. In der Pause muss Kloppo die richtigen Worte gefunden haben. Zum Schluss ergeben sich die Pillendreher ihrem Schicksal und der BVB feiert ein berauschendes 3:0. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Jörg

schreibt seit 2009 unregelmäßig an diesem Blog unter anderem über die Themen Fußball (BVB), Technik und Software. Unter anderem auch unterwegs Google+, Facebook und XING

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