Freche Mainzer behaupten Tabellenführung

Ich hatte gemutmaßt, dass die Mainzer mit einer gehörigen Portion Respekt nach München fahren würden. Der Tabellenführer präsentierte sich in der ausverkauften Allianz Arena jedoch selbstsicher und setzte die Bayern bereits in deren Hälfte immer wieder unter Druck. Aus dieser Aggressivität resultierte auch der Führungstreffer in der 15. Minute. Karhan erobert den Ball im Mittelfeld, bedient Lewis Holtby, der von der rechten Strafraumseite auf Allagui flankt, der die Kugel sehenswert mit der Hacke aus rund 7 Metern versenkt. Die Bayern zwar gewohnt mit mehr Ballbesitz (64%), jedoch fahrlässig im Umgang mit den eigenen Torchancen. In der 41. Minute macht Klose eigentlich alles richtig, sein Kopfball landet jedoch am Pfosten. Der Ausgleichstreffer fällt dennoch 4 Minuten später: Svensson will auf den eigenen Torwart zurückspielen, doch Wetklo hat sein Tor verlassen und kann den Ball nicht mehr erreichen. Der Siegtreffer für die Tuchel-Truppe fällt in der 77. Minute: Ádám Szalai nagelt das Leder aus 13 Metern nach Flanke von Schürrle, der abermals eingewechselt wurde, in den rechten Torwinkel. Die Bayern danach mit wütenden Angriffen, doch Schürrle auf der Torlinie und Wetklo verhindern den Ausgleich.

Den Spieltag eröffnete die Partie des 1. FC Köln gegen 1899 Hoffenheim. Die Kölner ungewohnt offensiv ausgerichtet, Hoffenheim in der ersten Hälfte zu passiv, der Führungstreffer durch Podolski (17.) folgerichtig. Weiter Zählbares sollte den Kölnern trotz deutlicher Feldvorteile jedoch nicht gelingen. Hoffenheim, nach dem Wechsel wie verwandelt, schnürte die Kölner zunächst in der eigenen Hälfte ein. Das 1:1 durch Demba Ba (54.) der verdiente Ausgleich. Das Spiel danach rasant mit Chancen hüben wie drüben. Das Unentschieden hilft keinem der Teams, am wenigsten den Kölnern, die weiter im Tabellenkeller festsitzen.

Erneuter Rückschlag für Schalke. Gegen die Schießbude der Liga aus Mönchengladbach hatten die Fans auf einen deutlichen Sieg gehofft. Schalke zunächst auch optisch überlegen, die Tore erzielte jedoch die Elf vom Niederrhein. Dabei wurden wieder einmal die Defensivschwächen der Knappen deutlich. Höwedes hatte Bobadila im eigenen Strafraum umgerammt, den fälligen Strafstoß verwandelte Daems sicher (15.). Auch beim Konter zum 2:0 der Gäste, Bradley (43.),  sah die Hintermannschaft der Schalker alt aus. Dass es noch zum Ausgleich für Schalke reichte, lag an individueller Klasse und an Undiszipliniertheiten der Gladbacher. Den Anschlusstreffer erzielte Klaas-Jan Huntelaar in der 52. Minute auf Vorlage von Metzelder. Mit seiner Kung Fu-Einlage gegen Huntelaar, die richtigerweise mit Rot geahndet wurde (78.), erwies Brouwers dann seinem Team einen Bärendienst. Den Ausgleich durch Raúl (87.) feierte der Schalker Anhang wie einen Sieg. Man ist bescheiden geworden auf Schalke.

Borussia Dortmund ist eine verlässliche Größe. Im dritten Auswärtsspiel siegten die Schwarzgelben zum dritten mal mit 3:1. Das klare Ergebnis kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der jungen Elf von Trainer Klopp erstmals Verschleißerscheinungen anzusehen waren. Nach dem verdienten 1:0 durch Großkreutz (17.) ließ man ein wenig die Zügel schleifen. St. Paulis erste Torchance führte auch gleich zum Ausgleich. Bartels hatte per Hacke auf Hennings abgelegt, der eiskalt verwandelte (27.). Die Kiezkicker im Anschluss überlegen und der Führung näher als der BVB, der das Unentschieden in die Halbzeitpause rettete. Auch die erste erwähnenswerte Aktion in der zweiten Hälfte sollte den Gastgebern gehören, doch Bartels drosch die Kugel über das leere Tor (48.).  Das war wohl der Weckruf für die Borussia. Der erneute Führungstreffer durch Shinji Kagawa (50.) fiel fast im Gegenzug. Großkreutz zweiter Treffer (61.) zog St. Pauli endgültig den Zahn.

Nach der 1:4-Heimschlappe gegen Bayer Leverkusen findet sich der VfB Stuttgart auf dem letzten Tabellenplatz wieder und die desolate Leistung der Schwaben gibt kaum Anlass zur Hoffnung. Für Leverkusen durften sich Hyypiä (19.), Vidal (21.), Balitsch (69.) und Sam (88.) in die Torschützenliste eintragen. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer für den VfB erzielte Kuzmanovic (52.). Zu diesem Zeitpunkt spielten die Stuttgarter bereits zu Zehnt, denn Mauro Camoranesi sah nach einer Notbremse den roten Karton (31.), den anschließenden Strafstoß vergab Derdiyok.

Eintracht Frankfurt siegte daheim gegen den 1. FC Nürnberg mit 2:0 und hatte bei je einem Pfosten- und Lattentreffer der Nürnberger in der zweiten Hälfte das Glück des Tüchtigen.

Im ewig jungen Nordderby konnte sich Werder Bremen gegen den HSV, wie von mir vorhergesagt, mit 3:2 durchsetzen. Großen Anteil am Erfolg der Bremer hatten die nach Verletzungen zurückgekehrten Pizarro und Mertesacker sowie Hugo Almeida, der in die Startelf rückte. Die Tore: 1:0 (Eigentor Demel, 25.), 2:0 (Almeida, 29.), 2:1 (van Nistelroy, 59.), 2:2 (Pitroipa, 63.), 3:2 (Almeida, 85.). Hamburg ist jetzt seit vier Partien sieglos.

In der ersten Partie am Sonntag hatte der VFL Wolfsburg gegen den SC Freiburg mehr Mühe als erwartet. Für die Entscheidung sorgte Grafite mit zwei Kopfball-Treffern jeweils nach Diego-Freistoß (25./64.). Freiburgs Cissé hatte zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt (36.) und in der 51. Minute die Riesenchance zum Führungstreffer vertan, als er den Ball aus 12 Metern am leeren Tor vorbeischob.

Mit einem 1:0 Erfolg am Betzenberg konnte sich Hannover 96 auf Tabellenrang 3 schieben. Kaiserslautern schien das Spiel in der Hand zu haben. Der Führungstreffer der Hannoveraner, per Kopf erzielt durch den Norweger Mohammed Abdellaoue (33.), resultierte aus dem ersten Angriff der Gäste. Im Anschluss vergaben die nunmehr seit 4 Spieltagen sieglosen Pfälzer beste Torchancen.

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Jörg

schreibt seit 2009 unregelmäßig an diesem Blog unter anderem über die Themen Fußball (BVB), Technik und Software. Unter anderem auch unterwegs Google+, Facebook und XING

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