Kurzbesuch auf der CeBIT 2010 in Hannover

Gestern Morgen kam ich das erste Mal in nun 10 Jahren CeBIT in Hannover am Messegelände zur Primetime an und wurde von den freundlichen Parkbetreuern ins ERSTE Parkhaus ein gewunken. Schnell die Krawatte angelegt und auf ins Getümmel. Auf meinem Weg zum Einlass wurden bereitstehende Kartenverkäufer ausgelacht, Barkassen waren geschlossen und die Halle2 war LEER. Um neun Uhr Morgens kaum Slipsträger sondern eher wenige Rucksack-Gesellen.

Cebit 2010Die wenigen Termine die vorab abgesprochen wurden, waren schnell erledigt, so dass bei einem ausgiebigen Messerundgang viel Zeit für die Highlights (siehe auch nebenstehend) blieb.

In den Government Hallen fand ich die Präsentation des E-Personalausweis (elektronischen Personalausweis) trotz der andauernden Datenschutzdebatten sehr interessant. Die Möglichkeit seine Geschäfte (Banking, Online Spiele u.a.) im Internet durch die eigenen unverwechselbaren Biometrischen Daten zu sichern begrüße ich. Nachteilig scheint die geringe Akzeptanz der Bevölkerung auch vor dem Ausblick, dass Lesegeräte für den E-Personalausweis wahrscheinlich zur Einführung nicht kostenlos bereitgestellt werden.

In diesem Zusammenhang geht ein weiterer Dino der offline Welt neue Wege im Internet. Die Deutsche Post AG stellt auf der CeBIT den „Brief im Internet“ vor, der die klassische und digitale Kommunikation verbinden soll. Der Kunde verfasst elektronische Briefe, die von der Post sicher zugestellt werden. Verfügt der Empfänger über keinen Internetanschluss, wird die Post gedruckt und physisch zugestellt. Die Zustellung erfolgt nach Angaben der Deutschen Post AG revisionssicher. Die Frage nach den Kosten bleiben zur Zeit offen, ein Einschreiben/Rückschein kosten zur Zeit bei nationaler Zustellung 2,05 EUR.

Ein weiteres Highlight erschien mir in Halle 9. Mir war entgangen, dass Klaus Knopper in Halle 2 in dem Open Source Forum der CeBIT die CeBIT Version von Knoppix die „Knoppix 6.3 CeBIT Edition“ vorgestellt hatte, die in Halle 9 kostenfrei auf meinen vorhandenen USB-Stick (Mindestgröße 5 GB) kopiert wurde.

Und dann natürlich die vielen Kleinigkeiten. Im Vorbeigehen habe ich gelernt, dass Genius 62 unterschiedliche Computermäuse auf dem Markt hat. In Halle 23 wurde mit das Motto der CeBIT vor Augen geführt. „Connected Worlds“ steht wohl für Gaming und Online Spaß. Positiv sei hier erwähnt, dass es sich Intel nicht nehmen lässt mit einen der größten „Stände“ (hier schon eine ganze Halle) auf der CeBIT auf zulaufen, anders als viele andere Aussteller aus den vergangenen Jahren, die sich kleiner oder gar nicht mehr präsentieren Die Halle 23 stand ganz im Zeichen der Gamer.

Und ich habe gelernt, dass rund sechs mit Ed-Hardy Schutzfolien ausgestattete Handys am Bikiniunterteil einer jungen Frau mit normaler Kleidergröße Platz finden. Mich wunderte dabei, dass trotz geringem Einzelgewicht eines Handys, das Gesamtgewicht aller Handys nicht zum Verrutschen der Kleidung beitrug.

Bei aller Begeisterung die der Rundgang bei mir ausgelöst hat, bleiben bei mir ein fader Beigeschmack. Ohne schieben, ohne Blessuren verursacht durch die überladenen Taschen von Souvenirjäger und völlig Verlustfrei bin ich noch nie über die Messe gegangen.

Fazit:

Die CeBIT versucht sich auch in dieses Jahr neu zu erfinden. Sie ist aber meiner Meinung nach schon lange nicht mehr der Schmelztiegel einer ganzen Branche. In dem Gewand in dem sich die CeBIT 2010 präsentiert wird sie es auch nicht mehr zum Gradmesser der IT-Welt bringen. Leider stehen diejenigen die das Gewand ausmachen, die Aussteller, nicht mehr zur Welt größten Messe der IT-Welt. Freuen wir uns daher demnächst auch Besuche im warmen Barcelona zum Mobile World Congress oder anderen hochkarätigen Events.

Arne

schreibt seit 2009 unregelmäßig an diesem Blog unter anderem über die Themen Fußball (HSV), Technik und Software. Unter anderem auch unterwegs Twitter, Google+, Facebook und XING

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